Die Kraniche fressen tagsüber auf den umliegenden Feldern. Am liebsten stehen sie dabei auf abgeernteten Maisfeldern. Gäbe es die Landwirtschaft um Linum herum nicht, hätte die Region auch nicht so viele Kraniche. Es stimmt auch nicht, dass die Landwirte den Kranich nicht mögen. Dieses Gerücht hält sich hartnäckig. Tatsächlich finden die Landwirte der Region, dass der Kranich Teil der Gegend ist und auch sie empfinden den Kranich als schönes, majestätisches Tier.

Der Kranichschutz ist auf die Zusammenarbeit mit den Landwirten angewiesen. Denn ohne Landwirtschaft keine Kraniche. Das klappt glücklicherweise sehr gut. So dürfen die Kraniche auf den Maisfeldern fressen, dort finden sie auch genug Nahrung. Was der Landwirt jedoch nicht gut findet, ist, wenn die Kraniche auf neu ausgesäten Feldern fressen. Deshalb darf der Landwirt die Kraniche von dort „vergrämen“, also verscheuchen. Das macht er teilweise mit Knallgaskanonen (s. Bild), teilweise, indem er mit dem Auto auf den Acker fährt. Bitte haben Sie Verständnis dafür. Aus Naturschutzsicht ist das völlig in Ordnung. Und wir wollen doch alle Brot zum Essen haben, oder? Also bitte regen Sie sich nicht auf, wenn (meist ein Pickup, aber nicht immer) aufs Feld fährt und die Kraniche hochscheucht. Machen Sie es aber bitte dennoch nicht nach. Der Landwirt darf das, der Besucher nicht. Das ist sogar im Naturschutzgesetz geregelt.
Übrigens, meistens stehen die Kraniche dann auf neu eingesäten Feldern, wenn sie davor von Kranichbeobachtern so sehr gestört wurden, dass sie ihren geliebten Maisacker aus Angst verlassen mussten.

Es gibt übrigens noch etwas, wobei der Naturschutz auf die Kooperation der Landwirte angewiesen ist und das sind Teile des Kranichschlafplatzes: In Linum werden extra Wiesen geflutet, damit die Kraniche genug Wasserflächen zum Schlafen haben. Das Fluten der Wiesen übernimmt das Landesamt für Umwelt, gehören tun die Flächen aber den Landwirten.

Also: Ohne Landwirtschaft keine Nahrung und weniger Schlafmöglichkeiten für die Kraniche.